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GENERIERT MIT UNSERER ZS WEB DEVS APP art-from-text 🔬 Corpus-Grundlage: Digitale Philologie und Lexikografie Die nachfolgenden Ressourcen bilden die Basis für eine fundierte Analyse und stellen die wichtigsten Werkzeuge der **Digital Humanities (DH)** in der Germanistik bereit. Sie ermöglichen die quantitative und qualitative Auswertung großer Textmengen. 1. Das DWDS-Wortinformationssystem als DH-Tool Das **Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS)** ist weit mehr als ein Nachschlagewerk; es ist ein komplexes, dynamisches ** lexikalisches Informationssystem **. Sein Kern, das DWDS-Wörterbuch , bietet Daten zu Form, Bedeutung und Entwicklung von über ** 230.000 Lemmata **. Basis der Lexikografie: Die fortlaufend aktualisierten Artikel fußen auf einer ** korpusgestützten Analyse **, die die reale Sprachverwendung abbildet. Digital-Philologische Potenziale: Das umfassende DWDS-Wortinformationssystem erlaubt über das Wörterbuch hinaus den direk...

ARTIKEL 29

Aus dem Lexikon der Geistesgeschichte

ACADEMIC_CLASSICISM_THEOLOGIA_NOCTURNA


Erarbeitet nach den strengen philologischen Prinzipien der angewandten Sprachwissenschaft und der textgenetischen Untersuchung digitaler Korpora (ad fontes!).


  • Bojadžiev, Cočo (Tzotcho): Ein Gelehrter bulgarischen Stammes, dessen Geistesschärfe sich der wahren Apperzeption der mittelalterlichen Seele widmet. Durch philologische Akribie, welche die digitalen Korpora (vgl. wiki-graphia) als neues Werkzeug der Heuristik ehrt, legt er Zeugnis ab wider die platte Verleumdung der media aetas als bloß „finstere“ Zeit. Sein Werk ist ein programmatischer Aufruf, die Ontologie der Nacht (s.d.) nicht als Mangel (steresis), sondern als Fülle und Ort der Gotteserfahrung zu begreifen. Er enthüllt, was die modernistische Geschichtsschreibung übersah: die metaphysische Realität.

  • Nacht, die (mittelalterliche): Keineswegs die bloße Absenz des solaren Lichts, wie der Positivismus sie wähnt. Vielmehr ist die Nox (lat.) ein definierter, gottoffinierter Raum. Sie ist ambivalent (doppelwertig) im tiefsten Wortsinne: Ort der Furcht (timor) vor dem Dämonischen, ja; doch zugleich der geheiligte Kultraum der Vigilien (lat. vigiliae, die Wachen) und der Matutin. Die Mönche, als milites Dei (Streiter Gottes), eroberten die Nacht durch das Stundengebet (horarium) für Christus zurück und strukturierten das vermeintliche Chaos durch das ewige Wort. Sie ist der Sabbat der Seele.

  • Finsternis, göttliche (auch: caligo divina): Der Gipfelpunkt der via negativa (des verneinenden Weges), wie sie der Areopagit (s. Pseudo-Dionysius) meisterlich lehrte. Hier wird die Nacht zur höchsten Metapher. Wo das intellektuelle Licht des Menschen (ratio) erlischt, weil es Gottes Wesenheit nicht fassen kann, dort beginnt die wahre Gottesschau im Über-Licht. Es ist das „gläubige Nichtwissen“ (docta ignorantia), eine Finsternis, die heller strahlt als alles irdische Licht. Bojadžiev (s.d.) zeigt trefflich, wie diese theologia nocturna das Fundament der Kontemplation bildete; ein Wissen, das der Aufklärung gänzlich abhandenkam.

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